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NaturFreunde Selb e.V.
  
Leicht schneebedeckte Landschaft und Minusgrade im zweistelligen Bereich ließen die März-Sonntagswanderung der NaturFreunde Selb zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.
In Pilmersreuth an der Straße hieß es aussteigen aus dem warmen Bus und schon musste man gegen den eisigen Gegenwind ankämpfen, bis der nahe Wald erreicht war. Einzelne Felsbrocken zwischen den Bäumen waren Vorboten für die imposanten Granitgebilde, die sich bald im bewaldeten Tal des kleinen Netzbaches links und rechts des schmalen Pfades auftürmten. Im Volksmund „Teufelsküche“ genannt, zeigt das heute geschützte Geotop, was die Natur in etwa 300 Millionen Jahren geschaffen hat: Felstürme, die an aufgeschichtete Säcke und Matratzen erinnern, teilweise in jedem Moment abzustürzen drohen, durch Klüfte und Höhlen zerrissen.
Ganz anders, aber nicht weniger romantisch zeigte sich kurz später der erste zugefrorene Teich, von Wald und Schilf umgeben, und ein Wasserlauf musste durch einen kühnen Sprung überquert werden. Nicht lange konnte ein bequemer Weg genossen werden, dann stand die Gruppe in der „Kleinen Teufelsküche“, einer etwas kleineren Ausführung des kurz vorher bestaunten Naturdenkmals. Hier beeindruckte besonders der „Wackelstein“ hoch oben auf einem Granitturm, und man bemühte sich trotz der Aufmerksamkeit, die der winterliche, urige Pfad erforderte, die imposanten Eindrücke der Umgebung voll zu genießen.
Ein direkt zauberhafter Steig folgte entlang des Rothenbürger Weihers, einem der größten Teiche in der Gegend. Eine Mutprobe war noch zu bestehen, als ein tiefer Graben auf einer schmalen Eisenschiene ohne Geländer bewältigt werden musste, dann war das Ende Wildnis erreicht.
  
Sonntagswanderung "Durch die Teufelsküchen zur Himmelsleiter"
Auf breiten Forst- und Feldwegen konnte nun ausgeschritten werden. Für die Mittagsrast mitten im Wald fand man gefällte Bäume, die als Bank oder Tisch genutzt werden konnten, bevor die nächste Sehenswürdigkeit – jetzt im freien Feld – erreicht war. Der „Wolfenstein“, ein einzelner, bizarr geformter Granitfelsen, der der Sage nach einen geheimnisvollen Schatz beherbergen soll, wurde zeitweise als Kletterfelsen genutzt und ist inzwischen als Geotop unter Schutz gestellt.
Mit Rückenwind erreichte man über das Dorf Hohenwald schließlich die Waldnaabaue, eine  besonders eindrucksvolle Landschaft, die vor mehr als 30 Jahren in einen riesigen Speichersee verwandelt werden sollte, was zum Glück durch ein Bundesnaturschutzgroßprojekt verhindert wurde. Die Heusterzbrücke, von der aus sich die urtümliche Baum- und Wasserlandschaft sehr malerisch präsentiert, mündet direkt in den Vizinalbahnradweg, die Trasse der ehemaligen Bahnverbindung von Wiesau nach Bärnau. Hier endlich wurde auch das Rätsel der „Himmelsleiter“ gelöst. Es handelt sich um einen 70 Meter langen und 20 Meter hohen Treppenturm, dessen Plattform  einen schönen Blick auf Teile der Tirschenreuther Teichpfanne, den Steinwald und die böhmischen Grenzgebirge bietet.
Nun war es nicht mehr weit zur verdienten Schlusseinkehr in der Gaststätte Zur Alm in Tirschenreuth, wo nicht mit Lob gespart wurde über die schöne Strecke, die Familie Rödel wieder ausgesucht hatte.