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NaturFreunde Selb e.V.
  
In der interessanten Hügellandschaft des sächsischen Vogtlandes erlebten die Sonntagswanderer der NaturFreunde Selb einen abwechslungsreichen Wandertag bei fast hochsommerlichen Temperaturen.
Schon kurz nach dem Start beim ehemaligen Herrenhaus von Pirk erreichte man den ersten Bogen der riesigen Autobahnbrücke, die über 50 Jahre als „Unvollendete“ in die Geschichte einging. Einem bayerischen Bauspezialisten ist es zu verdanken, dass der Bau nach der Wende nicht abgerissen, sondern nach modernen Maßstäben fertig gebaut wurde und jetzt als größte Steinquaderbrücke Europas bestaunt werden kann. Nach einem Blick vom  aussichtsreichen Hasenpöhl zurück auf das nun filigran wirkende Bauwerk führte ein romantischer Steig hinab zur Neumühle, wo ein natürlicher Springbrunnen, eine artesische Thermalquelle mit 24° warmem Wasser überraschte.
Im idyllischen Kemnitzbachtal, in dem das Wasser noch ungestört durch den Wiesengrund mäandern darf, eingerahmt von Erlen, Buchen und riesigen Eichen, entdeckte man die Schafbrücke: ein mehrere hundert Jahre alter Bogen aus unbehauenen Feldsteinen, der den Bach überspannt.
In einem Pavillon direkt neben der Ruine des ehemaligen Wasserschlosses in Geilsdorf fand man einen idealen Platz für die Mittagsrast. Das einst prächtige Barockschloss mit vier Ecktürmen, dessen Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurück reichen, war seit etwa 200 Jahren nicht mehr bewohnt und dadurch dem natürlichen Verfall preisgegeben.
Weite Aussichten über die markanten Pöhle, wie viele der teils sehr spärlich bewaldeten Hügel im Vogtland genannt werden, genoss man auf der nächsten Anhöhe, um danach teils über Stufen hinab zu steigen ins Tal der Weißen Elster, deren Lauf man bis Weischlitz folgte.
  
Auf einem neuen Holzsteg, der zusammen mit dem Rathaus, dem schön restaurierten ehemaligen Herrenhaus und zwei Fachwerkscheunen, ein reizendes Ensemble bildet, überquerte man den Fluss, um den letzten Aufstieg des Tages anzugehen. Oben auf der Höhe beeindruckten wieder die weiten Blicke über schier unendliche Getreidefelder mit Mohn und Kornblumen am Rand und kleinen Wäldchen und einzelnen Baumriesen am Horizont. In Kürbitz mit seiner schönen Dorfkirche und dem ehemaligen Herrenhaus mit schönem Fachwerk war gerade noch Zeit für eine kurze Pause, bevor die Vogtlandbahn die Wanderer bequem nach Pirk zurück brachte.
Eine Jagdhornbläsergruppe brachte den Ankommenden wie auf Bestellung ein Ständchen zur Begrüßung – am kleinen Bahnhof wurde gerade eine Ausstellung eröffnet – und auf dem letzten Wegstück konnte das imposante Bauwerk der 60 Meter hohen Autobahnbrücke mit ihren insgesamt 12 Bögen ausgiebig bewundert werden, bis das „Brückenstüberl“ erreicht war. Hier fand man eine sehr freundliche Aufnahme und ließ den Tag gemütlich ausklingen.
Sonntagswanderung von Pirk nach Kürbitz im Vogtland